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Wir fordern Zeit! 14. Mai 2009

Ok, genau weiß ich es gerade nicht mehr, aber so ähnlich, war die Forderung einer Demonstration. Die am 2. Mai in Berlin statt gefunden hat. Über diese habe ich gelesen, genauer, in der Printausgabe von www.freitag.de. Es geht darum, sich nicht von der Arbeit geiseln zu lassen, genauer um einen freien Sonntag. Zum nachdenken, über das Thema Arbeit, hat es mich inspiriert.

Wir sind längst da angekommen, wo bei voller Arbeitszeit, eine Vollbeschäftigung nicht möglich ist. Trotzdem können wir rein theoretisch, konsumieren so viel wir wollen. Dabei meine ich nicht nur, Lebensmittel und Fun-Artikel, auch Wissen und Bildung. Von den meisten Dingen gibt es mehr, als wir verbrauchen und nutzen können. Die technologische Entwicklung ist soweit, dass immer weniger gearbeitet werden muss, um das zum Leben nötige, zu produzieren. Es wäre also theoretisch möglich, weniger zu arbeiten und doch alles was man braucht zubekommen.Doch was passiert wirklich?

Es entsteht eine Schere zwischen Arm und Reich. Die Menschen haben Angst, um ihre Arbeitsplätze und ihren Lebensstandard. In den Unternehmen wird Druck ausgeübt, mit der Angst wird gespielt. Es wird immer billiger Produziert, die Profite für Bosse und Anleger müssen noch mehr steigen. Arbeitsplätze werden durch Maschinen ersetzt. Das Geld wandert nach oben. Jedem halbwegs logisch denkenden Menschen, dürfte auffallen, dass funktioniert langfristig nicht. Irgendwann legt sich die Geldquelle dann selbst trocken. Dann, wenn immer weniger Menschen, genug verdienen, um sich die Produkte leisten zu können.

Warum denken wir nicht mal anders, muss Geld immer als Motivationsmittel herhalten? Mich motiviert es ehr weniger, klar zum Leben braucht man es. Wäre das Motivationsmittel, Bildung und Wissen sowie etwas zu erreichen, dass man anfassen kann und einen Nutzen hat, nicht ein viel größeres? Für mich ist es wichtig, mich ausleben zu können und nicht ein Sklave der Arbeit zu sein.

Aber warum sollten wir uns von einem Arbeitgeber unter Druck setzen lassen, bei dem am Ende, etwas mehr als der Hartz IV-Satz (inkl. Wohnkosten), in den eigenen Geldbeutel wandert? Manch einer, oder besser, nicht wenige, müssen sogar zusätzlich Hartz IV beziehen! Wie kann da Geld ein Druckmittel sein? Warum seine wertvolle Lebenszeit, für solche Unternehmer verschwenden?

Es gibt noch einen Punkt, warum viele Menschen unbedingt in herkömmlicher Arbeit bleiben wollen. Es ist das Gefühl, etwas zu tun, etwas zu schaffen und das mit anderen Menschen gemeinsam. Ein Grund, den ich durchaus nachvollziehen kann. Aber kein Grund, sich von einem Arbeitgeber vereinnahmen zu lassen. Arbeit sollte Spaß machen und den machen Kollegen und nicht zuletzt, das Unternehmen aus, bei dem man arbeitet.

Im Leben gib es noch andere Dinge, die wichtig sind. Partner, Freunde und das Gründen einer Familie, auch Kultur erleben gehört dazu. Arbeiten zu gehen bringt also nichts, wenn man sich in den anderen Bereichen nicht ausleben kann. Ein Arbeitgeber, der einen 50 oder gar 60 Stunden pro Woche schuften lässt, dass auch noch für normal hält, ist sicher nicht gut, für ein erfülltes Leben. Zeit könnten wir haben, nicht zuletzt wenn man die noch vorhandenen Aufgaben fair verteilt.

Doch was ist eigentlich Arbeit? Gehört Kindererziehung, Familie und das ehrenamtliche Tun, nicht auch dazu? Ich denke schon! Wir brauchen Zeit, Zeit für uns, “Sklave” zu sein, ist nicht alles!

Grüße Sandkorn!

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