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Selbstdarstellung im Netz, nicht ganz ernst nehmen!? 30. Januar 2009

Wir krachen das Netz voll, mit Informationen über uns selbst, manchmal auch mit Informationen über Menschen, bei denen wir noch garnicht wissen, ob sie das einmal wollen. Das Netz betrachten viele als ihren privaten Spielplatz, doch aus einem Spiel kann schnell bitterer Ernst werden. Spätestens dann, wenn einen der Chef, nach dem Alkoholpegel des letzten Wochenendes fragt. Würde das mein Chef, auf Grund des Internets tun, würde ich ihn sowieso nicht für voll nehmen, manch anderer muss das aber dann doch. Warum ich ihn nicht für voll nehmen würde und ich aus dem Fenster schauen würden, ausschau haltend nach einem Wagen mit abgetönten Scheiben, dazu später mehr. Erstmal wenden wir uns dem Netz zu, so wie es die meisten kennen.

Nicht wenige nutzen jede Möglichkeit um alles von sich Preis zugeben. Da werden die Bilder von der letzten Sauftour ins Netz gestellt, die Fotos der jüngsten Familienangehörigen oder Texte mit berichten über das eigene Leben. Jedes neue und ach so tolle Social-Network, wird mit den eigenen Ergüssen gefüttert, jedenfalls solange, bis man das nächst beste entdeckt hat. Schnell vergisst man, was man zuvor auf anderen Seiten hinterlassen hat. Dabei glauben viele daran, das Web wird das ganze schon irgendwann vergessen, falsch gedacht! Denn im Gegensatz zur realen Welt, in der nicht wenige recht viel vergessen, das Netz vergisst nie!

Viele betrachten das Web als privates Medium, hier will man Freunde finden und nicht den neuen Chef. Ok, eine Ausschreibung für einen Sklavenplatz ein Stellenangebot sucht man dann doch mal. Aber im Grunde will man hier Menschen kennenlernen, teilweise sogar mit all ihren Eigenheiten, oder doch nicht? Das ganze beißt sich aber nicht selten, mit den Vorstellungen von Googlewütigen top Chefs. Die gerne mal im Netz nachschauen, was denn der neue Kandidat so im Netz hinterlassen hat. Diese ganz spezielle Spezies, die immer häufiger anzutreffen ist, sollte man durchaus mit Beunruhigung beobachten. Sagen wir mal so, man sollte durchaus aufpassen, welche Informationen man im Web über sich Preis gibt. Denn diese moderne Form der Firmenstalker, im Grunde sind sie das für mich, können für die eigene Karriere richtig schädlich sein. Nein eigentlich sind es nicht diese Firmenstalker, es sind die eigenen Informationen.

Würden diese möchtegern Chefs und Personalverantwortlichen mal über ihr Handeln nachdenken, so richtig, mit Anstrengung der Synapsen, dann sollte ihnen klar werden, dass man das Netz nicht ganz ernst nehmen sollte. Man kann die privaten Selbstdarstellungen in etwa so ernst nehmen, wie den sozialen Ausrutscher nach dem einen Bier, das was man zuviel hatte. Sich als solcher Chef mal selbst an die Nase zu fassen, kann auch nicht schaden, denn wie sie selbst neigt auch der Rest der Menschheit, zur Übertreibung. Denn Übertreibung macht Spaß, nicht immer aber immer öfter!

Wie soll man denn nun den passenden Bewerber, für die ach so tolle Stelle, finden? Ganz klassisch würde ich meinen. Einfach sich mal treffen, einladen zu einem Gespräch, natürlich ohne großes Anstandsgetue, so wie man wirklich ist und ja, ohne Krawatte und Anzug! Und vor allem der Stelle angemessen, soll ja Chefs von Friseursalons geben, denen eine Jeans zu bieder ist. So kann man natürlich auch Kandidaten verschrecken, durchaus, sogar welche die mal wirklich wollen! Und wie wäre es mal mit einer Firmenführung und dem Kandidaten seinen späteren Arbeitsplatz zeigen? Ein paar Tage angenehmer Probearbeit können auch nicht schaden. Das ist doch der beste Weg, für beide Seiten, zu erfahren ob man sich riechen kann! Und vor allem kann man sich diesen ganzen Profilerstellungskram sparen, auch nicht schlecht!

So aber nun dazu, warum ich bei solchen Chefs, dann doch mal aus dem Fenster schauen würde, ob da nicht ein Wagen mit abgetönten Scheiben steht. Ich persönlich halte solche Personalverantwortlichen ja schon fast für Stalker. Denn wer bei einem Bewerbungsgespräch nach Sachen gefragt wird, die man privat im Web verbrochen hat, der sollte reagieren. Ich würde Fragen, “Was geht sie mein Privatleben an?” Ob der Herr dann eine Antwort hat, ist mir eigentlich wurscht, für mich wäre die Stelle dann eh irrelevant. Ach ja, da ist noch ein Punkt, wenn die Firmen einem schon vor dem Einstieg hinterher spionieren, was machen die dann erst, wenn man bei ihnen einen Job hat? Soviel zum Thema, Wagen vor dem Haus!

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